Die Lebenden reparieren

Von Katell Quillévéré, Wild Bunch Germany, 7.12.




Einen spannenden, ergreifenden und unglaublich lebendigen Film über Herzschlagmomente zwischen Tod, Leben und Liebe, zwischen Angst und Hoffnung, die man so schnell nicht vergisst, hat Katell Quillévéré mit "Die Lebenden reaparieren" geschaffen. Als Vorlage für ihren dritten Spielfilm wählte die Regisseurin den Roman "Die Lebenden reparieren" von Maylis de Kerangal, der 2015 in Frankreich zum Bestseller avancierte.

Als Simon am frühen Morgen mit zwei Freunden zum Surfen aufbricht, kann niemand etwas von der drohenden Tragödie ahnen: Ein schwerer Autounfall verändert auf einen Schlag das Leben des Teenagers. Auch seine Eltern in der Hafenstadt Le Havre müssen plötzlich Entscheidungen treffen, deren weitreichende Konsequenzen sie an ihre Grenzen führen. Unterdessen erfährt die zweifache Mutter Claire in Paris, dass ihr schwaches Herz zu versagen droht, wenn nicht umgehend etwas unternommen wird. Den Ärzten und dem medizinischen Fachpersonal in beiden Städten läuft die Zeit davon. Und so wird sich in den nächsten Stunden zeigen, auf welche Weise diese Menschen untrennbar miteinander verbunden sind und wie drei scheinbar zusammenhanglose Stränge einer Geschichte in einen gemeinsamen Kampf münden: den leidenschaftlichen Kampf ums Leben…

Ebenso realitätsnah und dabei teilweise fast schon poetisch inszeniert, überzeugt DIE LEBENDEN REPARIEREN als Drama von visueller Kraft und verstörender Tiefgründigkeit. Wozu natürlich das herausragende, bis in kleine Nebenrollen namhaft besetzte Ensemble beiträgt, dem auch internationale Stars wie Tahar Rahim ("Heute bin ich Samba", "Ein Prophet") und Emmanuelle Seigner ("Venus im Pelz", "In ihrem Haus") angehören. Ihrer subtilen, zupackenden Darstellung und dem besonderen Gespür der jungen Regisseurin im Umgang mit dem heiklen Thema ist es zu verdanken, dass die melancholische Geschichte viel menschliche Wärme und mehr als einen Funken Optimismus ausstrahlt.

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