Festival Collaboration: Workshop in Sarajevo 2019


Wie können europäische Festivals sich stärker vernetzen und untereinander kooperieren?
Creative Europe MEDIA hat die Förderung für Festivals bereits im laufenden Programm auf mehr Zusammenarbeit zwischen den Institutionen und Playern ausgerichtet und diese Tendenz wird sich im neuen Programm ab 2021 fortsetzen und möglicherweise noch intensivieren.
Vor diesem Hintergrund trafen sich im Rahmen des Sarajevo Film Festival Vertreter*innen verschiedener Festivals wie Berlinale, IDFA, Sheffield Doc film festival, Goteborg Film Festival, JI.HLAVA und Cinéma Du Réel, um zu diesen Fragen und den damit verbundenen Herausforderungen in einem Workshop mit MEDIA Vertreter*innen zu diskutieren.

Die MEDIA Unit der Europäischen Kommission berichtet, dass als eine der zentralsten Bedrohungen das Erreichen der jungen und neuen Zielgruppe genannt wurde sowie die Konkurrenz durch die Streaming Plattformen.
Als einen Trend identifizierten die Teilnehmenden, dass junge Zuschauer*innen sich zunehmend für politische Debatten und Dokumentarfilme zu politischen Themen interessierten.

Zusammenarbeit von Festivals
Der Bericht unterstreicht auch die Grenzen bei Kollaborationen beispielsweise aufgrund von unterschiedlichen Veranstaltungsdaten der Festivals aber auch der Problematik eines Managements zu großer Netzwerke/Zusammenschlüsse. Als sinnvoll und möglich sehen die Teilnehmenden Kollaborationen bei Themen wie Untertitel, beim Austausch von Team Mitgliedern aber vor allem auch im Bereich Datenerhebungen, die Erkenntnisse zu Audience Developments liefern.

Meta Daten: Chance und Gefahr
Außerdem wurde der Nutzen von Meta Daten für Festivals diskutiert: Martina Bleis von der Berlinale betonte die Bedeutung, die Daten zu Gender bereits jetzt haben und führte an, dass auch andere Datenerhebungen einen ähnlichen Effekt für die allgemeine Organisation und Kuratierung von Festivals haben könnte. Ein Datenaustausch untereinander, so Bleis, könne sehr hilfreich sein. Allerding betonte sie auch die Gefahr des Missbrauchs solcher Daten, die die Freiheit von Kuratoren hin zu mehr von Algorithmus bestimmten Programmen einschränken könnten. Dies würde zwangsläufig die künstlerische und kulturelle Vielfalt gefährden.

Anwesend waren Vertreter*innen von folgenden Festivals: Berlinale, IDFA, Sheffield Doc film festival, Goteborg Film Festival, JI.HLAVA; FilmFest Munchen; FilmFest Munchen, Vilnius Film Festival kino pavasaris, Cinéma Du Réel

Auf Cineuropa.org gibt es ein Interview als Video Mitschnitt mit Irina Sofletea zum Festival Workshop.