Wie es trotz COVID-19 im audiovisuellen Sektor weitergeht

Europäische Kinos, Verleiher, Festivals, Trainings und Märkte stellen sich auf die Lage ein


© Vlad Vasnetsov / Pixabay
© Vlad Vasnetsov / Pixabay

Der gesamte audiovisuelle Sektor Europas steht in Folge der Corona-Pandemie vor größten Herausforderungen. Kinostarts wurden verschoben, Produktionen pausieren, Festivals und Märkte sind abgesagt - das gesamte öffentliche Kulturleben steht still. Doch die Lage ist nicht ganz aussichtslos, wie einige MEDIA-geförderte Initiativen zeigen, die Alternativen für ihre Events entwickelt haben und damit einen immerhin für kurze Zeit guten Weg aus der selbstauferlegten Isolation beschreiten.

Festivals und Awards

Die traditionellen Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen werden nicht wie gewohnt im Mai stattfinden. Das Festival, das über 500 Filme aus 70 Ländern zeigen wollte, plant ein alternatives Programm, das online stattfinden soll. Priorität haben dabei der Internationale und Deutsche Wettbewerb, NRW-Wettbewerb, MuVi-Preis und der Kinder- und Jugendfilm-Wettbewerb. Die Programme sollen samt Preisvergabe online für das allgemeine wie das Fachpublikum zugänglich gemacht werden. Das Kurzfilmfestival Hamburg unterstützt mit anderen Kurzfilmfestivals weltweit die Kuration des My Darling Quarantine Short Film Festivals , um dem Publikum trotz der Corona-Pandemie Kurzfilme zeigen zu können.

Nur digital stattfinden wird auch das Vilnius International Film Festival. Ganze zwei Wochen werden dem litauischen Publikum online Filme wie "Parasite", "Corpus Christi" und "Mathias & Maxime" gezeigt. Premieren, Kurzfilme und Panels finden ebenfalls online statt.
Die Veranstalter*innen des dänischen Dokumentarfilmfests CPH:DOX haben ihr Programm für Online-Vorführungen überarbeitet. Sechs Wettbewerbssektionen werden übers Internet gezeigt, dänische Filme online verfügbar gemacht, der CPH:MARKET, CPH:FORUM, CPH:CONFERENCE und CPH:LAB werden online stattfinden. Die Filme sind allerdings nur in Dänemark abrufbar.
Der diesjährige EFA Young Audience Award werden auch in einem vollständig virtuellen Format abhalten, das sich derzeit noch in der Entwicklung befindet. Jeder zwischen 12 und 14 Jahren ist willkommen, der internationalen Jury beizutreten - diesmal online.

Kinos und Verleih

Insbesondere für Kinos und ihre Mitarbeiter*innen ist der COVID-19-Ausbruch ein massiver Einschnitt. Der Verleih Grandfilm bietet in Solidarität mit den betroffenen Kinos für eine Gebühr Filme aus seinem Arthouse-Katalog zum Streaming auf Vimeo an und teilt sich den Gewinn 50/50 mit Independent-Kinos. Unter den Kinos, die von der Aktion profitieren, sind viele aus dem von MEDIA unterstützten Netzwerk Europa Cinemas, darunter auch das Abaton Kino in Hamburg oder das Hackesche Höfe Kino in Berlin. Gezeigt wird unter anderem das MEDIA-geförderte Kostümdrama "Zama". Rise and Shine Cinema bietet ebenfalls Filme zum Leihen an, mit dabei die MEDIA-geförderten Filme "Waterproof" und "Hi, AI".

Trainings und Märkte

ZagrebDox Pro, das Trainingsprogramm des kroatischen Dokumentarfilmfestivals, setzt seine Arbeit online fort. So wird es zwölf dokumentarischen Projekten in unterschiedlichen Entwicklungsphasen weiter möglich sein, in einem Online-Umfeld gepitcht und überarbeitet zu werden. Der Skriptworkshop Serial Eyes der DFFB verlegt seinen Writer's Room in digitale Gefilde. Die Märkte und Pitchings von Series Mania, MIPTV und Sunny Side of the Doc finden ebenfalls im Internet statt. Auch der Script Workshop des Mediterranean Film Institute MFI 2 Script reagierte auf die COVID-19-Pandemie und hat seine Deadline auf den 15. April verlängert, um Bewerber*innen mehr Zeit zu geben, in der Hoffnung, dass sich die Situation bis zum Sommer legt.

Weitere Informationen zu Online-Angeboten folgen in Kürze.

LINKS

Erste Informationen von MEDIA für Förderempfänger, deren Projekte von COVID-19 betroffen sind, gibt die Europäische Kommission hier: eacea.ec.europa.eu

Einen guten allgemeinen Überblick und erste Hilfestellung für Kultur- und Medienschaffende gibt ein Artikel der Hamburg Kreativgesellschaft: COVID-19: Auswirkungen auf die Kreativwirtschaft

Die regionalen Filmförderungen haben inzwischen fast alle Informationen für Filmschaffende in ihrer Region veröffentlicht:

Medienboard Berlin-Brandenburg: Corona: Unterstützungsangebote von Bund und Ländern für Fördernehmer*innen und Branche

Beratungs-Hotlines für regionale Unternehmen in Berlin-Brandenburg
WFFB-Hotline: 0331 - 730 61-222 (www.wfbb.de)
Berlin-Partner-Hotline: 030 - 463 02-440 (www.berlin-partner.de)

Film- und Medienstiftung NRW: Corona. Informationen und Maßnahmen für die Branche

Beratungshotlines für regionale Unternehmen in Nordrhein-Westfalen
Wirtschaftsministerium-Hotline: 0211 61772-555 (täglich, auch am Wochenende 8.00 bis 18.00 Uhr)
"Unternehmen-Soforthilfe-NRW"-Hotline: 0208 3000-439 (Mo-Fr 8.00 bis 18.00 Uhr)

Filmförderung Hamburg Schlewig-Holstein: Auswirkungen der Corona-Prävention auf die Filmwirtschaft

MFG Baden-Württemberg: Corona: Das müssen Filmschaffende jetzt wissen

Hessenfilm und Medien: Auswirkungen der COVID-19 Präventionsmaßnahmen auf das hessische Filmland

Mitteldeutsche Medienförderung: Corona-Krise: Informationen für mitteldeutsche Medienschaffende

FFF Bayern - Aktuelles: Corona
Coronavirus - Wo bekomme ich Informationen und Unterstützung?

Baden-Württemberg: Corona-Hotline für Unternehmen geschaltet

Beratungshotlines für regionale Unternehmen in Baden-Württemberg
Tel. 0800 40 200 88