Sandstern

Von Yilmaz Arslan, Camino Filmverleih, 29.11.




Aus der türkischen Provinz wird der 12jährige Oktay in die pulsierende Bundesrepublik der 80er Jahre katapultiert. Er kann die Sprache nicht, seine Eltern kennt er kaum - keine optimalen Voraussetzungen für einen jungen Menschen, der das Leben liebt. Aber Oktay lässt sich nicht unterkriegen, auch nicht von den Nackenschlägen, die das Schicksal für ihn bereithält. Regisseur und Autor Yilmaz Arslan zeigt in metapherreichen Bildern die schönen und die hässlichen Seiten des Leben durch die Augen eines Kindes.

Sommer 1980: Der 12jährige Oktay trifft nach Jahren der Trennung seine in Deutschland lebenden Eltern wieder. Er kennt sie kaum, denn seine Kindheit hat er bei seiner Oma in der Türkei verbracht. Für Oktay beginnt ein neuer Lebensabschnitt, aber er mag sein neues Leben nicht. Die Sprache macht ihm Schwierigkeiten, er findet keinen Zugang zu seinen Eltern und auch nicht zu diesem Land, das jetzt seine neue Heimat sein soll. Trost findet er bei der 75jährigen Nachbarin Anna, die ihm mit gutem Essen und Lebensweisheiten zur Seite steht. Als sich seine gerade erst wiedergewonnen Eltern trennen, ändert sich für Oktay alles. Plötzlich muss er auf eigenen Beinen stehen und mit den Plänen, die das Leben für ihn bereit hält, klarkommen.
"Mit diesem Film möchte ich nicht die gesellschaftliche Debatte befeuern," sagt Yilmaz Arslan, der selbst mit sieben Jahren nach Deutschland kam, über "Sandstern", sondern "Humanität in den Vordergrund stellen. Besinnt euch einfach auf das Menschliche, Leute. Und der Film zeigt eigentlich nichts anderes."