Loro

Von Paolo Sorrentino, DCM Filmverleih, 15.11.



Mit einem Star-Ensemble der créme de la créme der italienischen Schauspielkunst verknüpft Paolo Sorrentino ("La Grande Bellezza") seine paradigmatischen Charaktere mit großer Komik zu einem bildmächtigen zugleich abgrundtief verzweifelten Fresko unserer Existenz. Ein wilder Schlussgesang auf unsere vor der eigenen Sterblichkeit zitternden Epoche der grenzenlosen Begierden, der trotz allem nicht abrechnen will, sondern, jeden Zynismus hinter sich lassend, uns voller Wärme und Zärtlichkeit eine Geschichte der Liebe erzählt.

Italien. Jeder korrumpiert jeden, und alles kreist um den ewig gutgelaunten Cavaliere: Silvio Berlusconi, der geniale Traum-Verkäufer eines Paradieses, das er hemmungslos vorlebt. Als skrupelloser Immobilienverkäufer hat er es vom Schnulzensänger zum Multimilliardär, Medienzar, umjubelten Volkstribun und mächtigsten Mann des Landes gebracht. Jetzt will sich jeder seinen versprochenen Anteil schnappen, angetrieben von maßloser Gier nach Reichtum und Beifall, rauschafter Entgrenzung, und ewiger Jugend: Sergio, der kleine Zuhälter aus der apulischen Provinz mit seiner schönen Helfershelferin Tamara ebenso wie die Politgreise Roms, die es nicht lassen können, sich hinter seinem Rücken zur Macht durchzustechen.
In Wahrheit brütet der Cavaliere mit dem perückenhaft gefärbten Haar einsam auf seiner gigantischen Sommerresidenz in Sardinien. Abgewählt, ausgebrannt, zahn- und ratlos, verfolgt von zahllosen Anlagen. Seine Frau Veronica hat seine billigen Tricks längst durchschaut und will nur noch ihre Würde zurück. Als er jedoch von den Intrigen gegen ihn erfährt, erwacht sein genialer Verkäuferinstinkt zu neuem Leben. Er weiß wie kein Zweiter, wie die Gierigen und Dekadenten, die Eitlen und die Verzagten sich verführen und kaufen lassen. Während es Sergio mithilfe Dutzender seiner nackten, zugekoksten Mädchen endlich gelingt, sich Zugang zu seinem Anwesen zu verschaffen, macht sich Silvio Berlusconi wie magisch verjüngt daran, die Macht erneut an sich zu reißen.

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