30 Jahre European Film Awards

8. und 9. Dezember 2017, Berlin


© EFA
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Mit einer Welcome Reception der Creative Europe Desks Deutschland, Dänemark, Frankreich, Luxemburg und Schweden in Berlin feiert Europa am 8. Dezember 2017 den 30. Geburtstag des Europäischen Filmpreises. Einen Tag später, am 9. Dezember 2017, werden in Berlin offiziell die 30. European Film Awards vergeben. Zum feierlichen Empfang am 8. Dezember in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften werden Lucia Recalde Langarica (Europäische Kommission), Wim Wenders (Präsident der European Film Academy), die Vorstandsmitglieder Agnieszka Holland, Mike Downey, Antonio Saura sowie Marion Döring (Geschäftsführerin der European Film Academy) erwartet. Die Laudatio hält Dieter Kosslick, Direktor der Internationalen Filmfestspiele Berlin. Zudem findet im Rahmen der Welcome Reception die Verleihung des European University Film Award (EUFA) durch Albert Wiederspiel statt, einer Initiative von Filmfest Hamburg und der European Film Academy.

Für den EUFA haben Studierende von 21 Universitäten aus 21 europäischen Ländern fünf Filme nominiert: "Heartstone" (Island, Dänemark) von Guðmundur Arnar Guðmundsson, "Home" (Belgien) von Fien Troch, "Loveless" (Russland, Belgien, Deutschland, Frankreich) von Andrey Zvyagintsev, "Die andere Seite der Hoffnung" (Finnland, Deutschland) von Aki Kaurismäki und "The War Show" (Dänemark, Syrien, Finnland) von Andreas Dalsgaard und Obaidah Zytoon.

30 Jahre European Film Award - Bewusstsein für die Kraft des europäischen Kinos

Dass Hotelzimmer Stoff für reichlich aufregende Geschichten liefern, das weiß jede*r Autor*in. Richtig filmreif wurde es im November 1988 in einer Suite des Hotel Kempinski. Dort trafen sich auf Initiative des damaligen Kultursenators Volker Hassemer eine Hand voll Regisseure. Nach einer langen Nacht voller Diskussionen riefe sie die Idee einer Europäischen Filmakademie ins Leben, die schließlich unter dem Namen European Film Academy 1989 gegründet wurde. Mit dabei waren auch die Regisseure Wim Wenders und Ingmar Bergman, der zum Ersten Präsidenten der Akademie gewählt wurde, Wim Wenders ist es heute.
"Wir haben stundenlang geredet, bis die Idee im Raum stand, nicht nur einen Europäischen Filmpreis ins Leben zu rufen, sondern auch eine Gesellschaft, die das Ziel verfolgen sollte, ein Bewusstsein für die Kraft des europäischen Kinos zu schaffen. Der historischen Tragweite dieses Tages waren wir uns zum damaligen Zeitpunkt natürlich noch nicht bewusst", so Wim Wenders in einem Interview. Nach der legendären Zusammenkunft im Hotelzimmer fand schließlich am 26. November 1988 im Berliner Theater des Westens auch die erste Verleihung des Europäischen Filmpreises statt: "Europa. Eine Liebeserklärung", notierte Christiane Peitz im "Tagesspiegel". Bester Europäischer Film war 1988 "Ein kurzer Film über das Töten" von Krzysztof Kieslowski. Bis heute ist Berlin der Sitz des EFA-Sekretariats. Geschäftsführerin ist seit 1996 Marion Döring, die gemeinsam mit ihrem Team die Seele der Akademie bildet.

30 Jahre später, am 9. Dezember 2017 werden die European Film Awards wieder in Berlin verliehen. Vieles ist in diesen 30 Jahren passiert - vom Mauerfall bis zur Öffnung eines Europas, das gerade auch in der Kultur und Kunst mit Erfolg daran arbeitet, seine Gemeinsamkeiten und geistig-kreative Nähe zu finden und zu pflegen, anstatt seine Grenzzäune zu renovieren. Von einst 50 Gründungsmitgliedern wuchs die Zahl der Mitglieder der Europäischen Filmakademie auf heute mehr als 3.200 an. Sie alle wählen die Nominierten und Gewinner*innen in den 22 Preiskategorien. Auch der deutsche Film erlangte durch die European Film Awards mit den Jahren große Wertschätzung und Aufmerksamkeit. Im letzten Jahr gingen mit Maren Ades Meisterstück "Toni Erdmann" erstmals in der Geschichte der Awards sämtliche Hauptpreise an nur einen Film.

Das Creative Europe MEDIA Programm der Europäischen Kommission (2014 bis 2020) gehörte schon früh zu den wichtigsten Förderern des Europäischen Filmpreises und hat die zahlreichen Aktivitäten der Akademie, zu denen auch Masterclasses und andere Initiativen gehören, begleitet und gefördert. So erhielt vor kurzem der 2012 ins Leben gerufene "EFA Young Audience Award" MEDIA Unterstützung von 197.000 Euro. Beim "EFA Young Audience Award" küren Jugendliche im Alter von 12 bis 14 Jahren den besten europäischen Jugendfilm des Jahres. Europaweit werden die drei nominierten Filme gezeigt und anschließend wählen die Jugendlichen in den Kinos den Gewinner. Mit Hilfe der Förderung können die nominierten Filme über wichtige VoD-Plattformen nun auch einem noch größeren Publikum zugänglich gemacht werden. Am "EFA Young Audience Award" sind inzwischen 31 Ländern beteiligt. Die nächste Preisverleihung findet am 6. Mai 2018 statt.

Aber erst einmal freut sich Creative Europe MEDIA über ganze 30 Nominierungen für 16 MEDIA-geförderte Produktionen bei den 30. European Film Awards. Um die Auszeichnung als Europäischer Film des Jahres kämpfen u.a. "Frantz" von François Ozon (nominiert ist Schauspielerin Paula Beer) und Maria Schraders "Vor der Morgenröte" (nominiert ist der Schauspieler Josef Hader) ebenso wie "120 BPM" von Robin Campillo (Frankreich), der Berlinale-Gewinner "Körper & Seele" von Ildikó Enyedi (Ungarn), "Die andere Seite der Hoffnung" von Aki Kaurismäki (Finnland) und "The Square" von Ruben Östlund (Schweden).

Blickt man zum Schluss einmal auf die Finanzierungsstrukturen aller nominierten Filme, wird deutlich, wo und warum der Europäische Filmpreis und das Creative Europe MEDIA Programm Hand in Hand gehen: In jedem Jahr sind zahlreiche der nominierten und preisgekrönten Filme der European Film Awards zuvor von MEDIA und vielen anderen regionalen, nationalen und europäischen Förderungen ermöglicht worden. Es geht eben nur gemeinsam, mit Gesprächen, mit Koproduktionen und Kofinanzierungen, mit gemeinsamer Kraft, Kommunikation und Kreativität. Wenn das kein Grund zum Feiern ist!
Happy Birthday, European Film Awards!

Termin: 8. und 9. Dezember 2017 in Berlin
(nur mit Einladung)

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